BDR
Tims ErFahrungen

19/10 2010

Rad am Ring 2010 - 24 Stunden im Viererteam am 21. / 22. August

 

Tims Bericht vom 10. September


3 Wochen sind mittlerweile seit meiner Teilnahme an dem 24h-Rennen am Nürburgring vergangen. Ich hatte das Glück mit 3 Fahrern aus Mülheim in einem 4er-Team starten zu können, die bereits 2x an einer 24h-Veranstaltung teilgenommen hatten. Dementsprechend waren wir sehr gut organisiert. Wie sich im Laufe der Veranstaltung herausstellte war ein gut durchdachtes Fahrerlager mit Schlaf-, Rückzugs- und Kochmöglichkeiten das wichtigste für uns. Das scheinbar unerschöpfliche Nahrungsangebot, das unser Organisator herangeschafft hatte, war mit Sicherheit ein weiterer Faktor für unser gutes Abschneiden.

 

Vor dem Start wurde zunächst die Taktik besprochen. Wie sieht die Reihenfolge aus? Wie viele Runden bewältigt jeder Fahrer am Stück? Nehmen wir uns nachts mehr Zeit zum Schlafen und welches Ziel verfolgen wir überhaupt? Wir einigten uns letztendlich darauf, die gesamten 24h nach jeder Runde zu wechseln. Der Vorteil, den wir uns erhofften, war eine gute Zeit, da jeder Fahrer nur 26km am Stück zu fahren hatte und demnach keine Körner für eine zweite Runde sparen musste. Die Nachteile waren natürlich die kurze Regenerationszeit in der Nacht, und dass die zu fahrende Runde immer mit Vollgas zu absolvieren war. Hört sich bei 26km erst einmal leicht an. Die 550 Höhenmeter, die auf jeder Runde zu erklettern waren, erhöhen die Schwierigkeit der Aufgabe allerdings sehr. Unser Ziel hieß, nach Vorerfahrungen meiner anderen 3 Teamgefährten in den vergangenen Jahren, einen Platz zwischen 150 und 100, wenn alles wirklich gut läuft, zu erfahren. Immerhin hatten wir 700 Konkurrenzteams.

 

Um 13.15h stand ich als erster Fahrer meines Teams an der Startlinie und wartete nervös auf das Startsignal, welches von Rudi Altig gegeben wurde. Die Pistole knallte und schon ging es los. Ruck zuck wurde auf 50km/h und mehr beschleunigt. Ich hängte mich in die Spitzengruppe und fuhr eine super Runde in 41 Minuten. Den Transponder, der in einer leeren Radflasche steckte, übergab ich an unseren zweiten Fahrer, und ich hatte knappe 2h Zeit um mich zu erholen. Und ich war über jede Erholungspause in den 24h dankbar wie ich nach und nach zu spüren bekam.

 

Nach jeder Runde wertete ich meine Tourdaten aus. Von den 47 Minuten, die ich im Schnitt auf jeder meiner 7 Runden benötigte, lagen immer ungefähr 20 Minuten im Pulsbereich über 170s/min. Es war unglaublich  anstrengend! Aber nachdem jeder Fahrer eine Runde gedreht hatte, wurden wir für die harte Arbeit belohnt: Platz 71 von 700 Teams. Jetzt war unser Ehrgeiz geweckt und das Ziel wurde neu gesteckt:  ein Platz unter den ersten 100 Teams!

 

Bereits kurz vor der zweiten Runde, als ich zum warmfahren auf unserem Spinning-Rad saß, spürte ich meine Beine. Das Tempo in der ersten Runde hatte bereits Spuren hinterlassen. Das hatte ich nicht erwartet. Von Runde zu Runde konnte ich die wachsende Erschöpfung in der Muskulatur spüren. Dauernd im Sprint zu fahren kostet wahnsinnig Kraft. Die Pausen mussten dementsprechend für das Regenerieren und Auffüllen der verbrauchten Reserven genutzt werden. Aminosäuren und Magnesium taten ihr bestes. Sinnvolle Kohlenhydrate und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr waren in den Pausen unverzichtbar.

 

Meine erste Runde in der Nacht bestritt ich gegen 0.30h. Jeder war verpflichtet mit eigener Beleuchtung zu fahren, da es keine Streckenbeleuchtung gab. Ausgestattet mit einer Lupine-Lampe für 700 Euro, die wir für das Rennen gesponsert bekommen hatten, raste ich in die Nacht, den Rücklichtern anderer Räder hinterher.  Mein Rundentempo wurde aufgrund der Fernlichtfunktion der taghellen Lampe nur unwesentlich langsamer. Tempo 94 bergab waren aufgrund der weit ausgeleuchteten Strecke kein Problem.

 

Mein Plan war nach meinen beiden nächtlichen Runden im Wohnwagen zu schlafen.  Das war schwieriger als ich gedacht hatte. Vollgepumpt mit Adrenalin benötigt man erst mal eine gewisse Zeit, um zur Ruhe zu kommen und die gefahrene Runde zu verarbeiten. Dann muss gegessen werden, um fit zu sein für die nächste Runde. Zum Glück wurde bei uns die ganze Nacht durchgängig für Pasta gesorgt. Letztendlich blieben mir immer 30 kurze Minuten zum Schlafen. Das habe ich zweimal in 24h geschafft. Zur Ermüdung der Muskulatur addierte sich die allgemeine Müdigkeit, die einem irgendwann zu schaffen macht.

 

Weiterhin im Gedächtnis geblieben ist mir der Start zur zweiten Nachtrunde. Nach 30 Minuten tiefen Schlafs, den ich bitter nötig hatte, wurde ich gegen kurz vor 3h geweckt. Ziemlich zerknittert kroch ich aus dem Schlafsack. Dann hieß es in einer Viertelstunde startbereit und motiviert und bereit zu sein erneut alles aus sich zu holen. Von Runde zu Runde fiel mir das schwerer. Kurz vor meiner fünften Runde gegen 5h waren die Müdigkeit und Erschöpfung groß und die Motivation im Keller, und zum ersten Mal begann ich auszurechnen wie viele Runden ich noch würde fahren müssen - mein Tiefpunkt.  Kaum im Sattel, wurde ich allerdings von einer wunderschönen Fahrt in der Morgendämmerung bei aufgehender Sonne belohnt und alle Anstrengungen und Zweifel waren vergessen. Auf meinen letzten beiden Runden konnte ich noch einmal sehr gute Zeiten einfahren.

 

Nach von mir gefahrenen sieben Runden mit 182 km und 3.850 Höhenmetern bejubelte ich das Ende nach 24h. Ich konnte in jeder Runde die Teambestzeit stellen und war überaus glücklich mit meinen Teamgefährten den 83. Platz errungen zu haben.

 

Fazit:  Das 24h-Rennen am Nürburgring  war das beste, schönste und interessanteste Event, das ich bisher im Radbereich erlebt habe. Hier ist Radsport ein wahrer Teamsport bei dem jeder für den anderen fahren und leiden muss. Ich weiß schon jetzt, dass ich nächstes Jahr topfit am Start stehen möchte mit dem Ziel unter die ersten 50 Teams zu fahren; und ich kann euch nur empfehlen, seid auch da und fahrt mit!

 

 

 

 

 

Platz (M/W)

83

Platz (AK)

29

Zielzeit (Brutto)

23:58:33

Runden

27

Staffelteilnehmer

Teilnehmer 1

Staubach, Tim (GER)

Teilnehmer 2

Nielbock, Peter (GER)

Teilnehmer 3

Bünsch, Holger (GER)

Teilnehmer 4                         Kuhlmann, Bernd (GER)

Splits

Split

Zeit

Diff

Runde 1

00:41:15

41:15

Runde 2

01:31:32

50:17

Runde 3

02:26:00

54:28

Runde 4

03:18:22

52:22

Runde 5

04:05:40

47:18

Runde 6

04:56:23

50:43

Runde 7

05:51:41

55:18

Runde 8

06:44:29

52:48

Runde 9

07:31:49

47:20

Runde 10

08:23:30

51:41

Runde 11

09:20:50

57:20

Runde 12

10:17:22

56:32

Runde 13

11:07:48

50:26

Runde 14

12:02:35

54:47

Runde 15

13:00:36

58:01

Runde 16

13:58:21

57:45

Runde 17

14:48:56

50:35

Runde 18

15:42:35

53:39

Runde 19

16:42:37

01:00:02

Runde 20

17:39:51

57:14

Runde 21

18:29:09

49:18

Runde 22

19:22:09

53:00

Runde 23

20:18:04

55:55

Runde 24

21:13:50

55:46

Runde 25

22:03:25

49:35

Runde 26

22:59:18

55:53

Runde 27

23:58:33

59:15

10/08 2010

Radsport tut immer weh - SparkassenGiro 2010

 

 

Der Startschuß fiel pünktlich um 8h. Jetzt hieß es sich erst mal durch die Reihen zu wühlen bis ein Hinterrad gefunden war, dass mit brauchbarer Geschwindigkeit über den Asphalt rollte. Auf Höhe der Königsallee stadtauswärts war ein solches  Hinterrad erreicht, ich befand mich nach anfänglich aggressiver Fahrweise, um mich möglichst weit vorne einzureihen, in der Spitzengruppe des Feldes. Das war eigentlich nie mein Plan gewesen. Von nun an hieß es so lange ich Kraft habe mitzufahren, und wenn möglich nicht den Anschluss zu verlieren – so weit die Strategie – es sollte anders kommen. Ich begriff sofort, dass dieses Jahr ein anderer Wind wehte als bei meinen letzten beiden Giro-Teilnahmen. Bereits auf der leichten Steigung der Königsallee zeigte mein Tacho mehr als 40km/h. Mir fiel es schwer das Tempo zu halten, da ich mich bereits kurz nach dem Start in den roten Bereich gebracht hatte, um Anschluss an diese Gruppe zu bekommen. Schon mitten in der ersten von vier langen Runden  stand mir der Sinn eher nach kurzer Erholung im Windschatten, als im oberen Pulsbereich weiter zu brettern. Mehrmals in Runde 1 fragte ich mich, ob es wirklich sinnvoll ist was ich hier mache. Vielleicht schwinden irgendwann die Kräfte und ich breche total ein und das Rennen wäre für mich gelaufen, dachte ich mir einerseits, andererseits, wie oft erarbeitet man sich im Rennen schon einen Platz in der Spitzengruppe vor einem 300-köpfigen Feld?

Ich erholte mich und alle Zweifel waren wie weg gewischt und der Kopf wieder frei. In Wiemelhausen erfuhr ich von der Stimme der Steckenleitung, die aus den Lautsprechern hallte, dass sich meine Gruppe mit ungefähr 80 Fahrern 15 Sekunden vor dem Feld befand.

Runde 2 in Wiemelhausen: 3 Fahrer hatten sich aus unserer Gruppe gelöst und lagen 45 Sekunden vor uns. 10 Radler mussten sich dem hohen Tempo geschlagen geben.

 In Runde 2 setzte der Regen ein. Ich glaube, ich bin noch nie so nass geworden wie an diesem Sonntag. Von nun an wurde es hektischer und gefährlicher. Immer öfter hörte ich Fahrer, die sich gegenseitig anschrien und  ihre Fahrweisen bemängelten sowie das Quietschen und Rattern von Carbonfelgen, die bei dem Regen nicht bremsen wollten. Von nun an war auch Kopfarbeit gefragt: aufpassen, einschätzen etc. - volle Konzentration um einen Sturz zu vermeiden.  Der Nutzen der permanent beschlagenen und absolut undurchsichtigen Radbrille bestand nur noch darin, die Augen vor den Regentropfen zu schützen, die bei Geschwindigkeiten zwischen  40-65km/h wie Hagelkörner ins Gesicht schlugen.

Runde 3 in Wiemelhausen: Der Vorsprung der 3 Fahrer betrug 1,5 Minuten und wir waren nur noch 60.

Mein Fahrfehler passierte im Lottental. Bis dahin konnte ich ohne größere Probleme mitrollen. Meine Beine fühlten sich sehr gut an und insgeheim sah ich mich schon in guter Position über die Ziellinie fahren, wenn alles so blieb wie es war. Die Gruppe arbeitete großartig und sehr diszipliniert zusammen. Keine Stürze und abwechselnde Arbeit in der Führung. Im Lottental fuhr ich ganz links auf der Straße und die Linkskurve Richtung Stiepel kam immer näher. Das Tempo wurde wie immer an diesem Gefahrenpunkt verlangsamt. Ich verbremste mich beim Abbiegen total, weil ich kurz davor war den hohen Bordstein zu berühren und zu stürzen. Das Tempo wurde direkt nach der Kurve verschärft und zwischen der Spitzengruppe und mir lag plötzlich ein 10m Abstand. Ich ärgerte mich wahnsinnig als sich die Gruppe die Berge hochschlängelte und  begriff, dass ich keinen Boden gut machen konnte. Ich gab alles und kämpfte mich erfolglos im roten Bereich mit mehr als 20km/h die Surkenstraße hinauf. Auf der Königsallee wurde das Dilemma noch größer. Die Gruppe beschleunigte und der Abstand zu mir wuchs weiter an, und alleine die Verfolgung anzutreten war ein sinnloses Unterfangen, welches mir alle Kräfte geraubt hätte. Und plötzlich donnerte ein Michael an mir vorbei, der wie ich aus der Spitzengruppe geflogen war und mich anwies mit ihm zusammen die Verfolgung anzutreten. Immer noch keine guten Aussichten, dachte ich, aber eine andere Alternative hatte ich auch nicht parat. Also, ballern. Michael und ich wechselten uns mit der Führungsarbeit ab und unser großes Glück war, dass selbst die Königsallee für so eine große Truppe mit Vollgas zu schmal ist. An Stellen wo das Feld abbremsen musste, um sich durch enge Passagen zu winden, donnerten wir mit höchster Geschwindigkeit durch. Der Anschluss war in Höhe der Hattinger Straße wieder hergestellt. Meine Beine brannten, der Puls bei  176/min, wertvolle Körner verbraucht.

Runde 4 in Wiemelhausen – die Letzte:  Die Spitzengruppe, die nur noch aus 2 Fahrern bestand lag 2 Minuten in Front. Der Dritte war zurück gefallen und lag 25 Sekunden vor uns. Wir mit 50-60 Fahrern.

In der letzten Runde musste ich der Verfolgungsjagd leider Tribut zollen, die mir viel abverlangt hatte. Meine Beine waren platt, der Kopf müde und ich fuhr eher im hinteren Teil des Feldes und kämpfte. An der Surkenstraße musste ich abreißen lassen. Wieder entstand auf der Königsallee ein Abstand zwischen mir und dem Feld. Und wieder überholte mich Michael und forderte erneute Arbeit von mir. Trotz aller Schmerzen, musste ich wirklich mal lachen. Im Schlepptau hatte Michael 2 weitere Fahrer. Zu Viert gaben wir alles. Gleich ist es vorbei, sagte ich mir immer wieder, den Schmerz in den Beinen ausblendend. Und wieder schlossen wir zur Spitzengruppe auf und nach einem wissenden und dankbaren Blick, den der unbekannte Michael und ich tauschten, beschleunigte ich im Sprint nochmals und fuhr über die Ziellinie.

Und wofür das alles? 100km in 2.27h – ein 41er Schnitt. Gesamt 46. Und 19. bei der Masters1-Wertung  nur 43 Sekunden hinter dem Gesamtsieger.

Jörg Jaksche sagte einmal: „Radsport tut immer weh“. Wie recht er hatte.

 

 

22/06 2010

Tim Staubach Schnellster beim Eifel-Ultra- Radmarathon 2010 oder: Qualität kommt von quälen - Radsport rockt

Tim im Anstieg

 

Hier der persönliche Erfahrungsbericht von "unserem" Tim Staubach, der beim Koblenzer Eifel – Ultra – Radmarathon am Pfingstsonntag das Feld aufgerollt und als erster den Zielstrich gesehen hat - leider nicht im Vereins-Outfit!:

 

„Nach der Verletzung von Thomas (Rippenbruch) fiel unsere für den Pfingstsonntag geplante Tilff-Bastogne-Tilff Tour dieses Jahr aus. Auf der Suche nach einer Veranstaltung, deren Streckenführung dem Fahrer Ähnliches abverlangt wie die belgische große Runde (Lüttich-Bastogne-Lüttich für Nicht-Rennfahrer), stieß ich auf den Koblenzer (Ultra) Eifel-Marathon mit 237km und 4100 Höhenmeter, der mir als angemessene Alternative erschien.

 

Um 3.00 Uhr war die Nacht vorbei, um 6.20 Uhr (Startzeit für den Ultramarathon ab 6.00 Uhr) ging es für mich mit zwanzig Minuten Verspätung auf die zuerst Gestarteten auf die Ultra-Marathon-Strecke. Und dort wurde ich von der gerade aufgehenden Sonne bei wolkenlosem Himmel in eine wunderschöne Landschaft mit Weinhängen, scheinbar unendlichen sattgrünen Wiesen, verschlafenen kleinen Ortschaften, sprudelnden Flüssen, mächtigen tollen Bergauffahrten und fast keinem Autoverkehr begleitet. Anders als erwartet stellten sich mir weniger kleine Hügel, sondern eher lange Anstiege in den Weg, die ich mich hinauf kämpfen musste.

 

Nach 80 Kilometern bekam ich an einer Verpflegungsstelle den Hinweis, dass ich mit ein bisschen Anstrengung unter die ersten 10 fahren könnte, weil ich mich mittlerweile auf den 11. Platz vorgearbeitet hatte. Die FahrerInnen des Ultramarathonis wurden bei jeder Verpflegungsstelle gezählt und notiert.

 

Nach dieser Info war das Rennfieber in mir erwacht. Noch 160 weitere Kilometer und demnach viele, viele Stunden im Sattel waren eine gute Basis für mein Vorhaben, ziemlich weit nach vorne zu fahren. Meine Beine waren locker, ich selbst fit und so machte ich mich auf die Verfolgung der ersten 10.

 

In Erinnerung geblieben ist mir der harte Kampf um Platz 8, sowie um die Plätze 1 und 2. Den achten Platz eroberte ich nach 10 Minuten am Berg mit mehreren Tempoverschärfungen, um vorbei zu kommen. Das war schwer, denn der andere Fahrer war wirklich gut, und ich ließ einige Körner.

 

Auf den nächsten 120 km arbeitete ich mich bis auf Platz 3 vor und erspähte schließlich die beiden vorn fahrenden Triathleten, die auf einer endlosen Geraden, auf ihren Lenkeraufsätzen liegend, ein irrsinniges Tempo vorlegten und sich dabei in der Führungsarbeit immer wieder ablösten. Mehrfach wollte ich aufgeben und die beiden ziehen  lassen. Das Loch zuzufahren war an diesem Tag wohl die schwerste Aufgabe. Alleine gegen den Wind kämpfte ich mich dennoch Meter um Meter an die beiden heran. Die Beine schmerzten, der Puls deutlich im oberen Bereich und noch so viele Radlängen, die die beiden Vorsprung hatten. Letzten Endes konnte ich meine Motivation, den ersten Platz vor Augen, hoch halten und gelangte erschöpft in den Windschatten der Triathleten um mich dort ein paar Minuten zu erholen. Dann lag ein weiterer langer und schwerer Anstieg vor uns und ich witterte meine Chance den beiden am Berg davon zu fahren. Bergauf kann ich irgendwie!

 

Die maximale Steigung von 16% kam mir entgegen und mit kräftigem Druck auf der Kurbel eroberte ich die Führung, die ich die letzten 40 km alleine im Wind verteidigte. Im Ziel wurde ich nach etwas mehr als 8h und einem Schnitt von fast 30 km/h applaudierend vom Koblenzer Verein empfangen - ein wirklich tolles Gefühl. Als Preis bekam ich eine gute Flasche Moselwein und einen großen Teller Spaghetti Bolognese.

 

Qualität kommt von quälen     -    Radsport rockt!"